ans Meer,  in den Osten,  in den Süden

Andaman Sea

Thailand war nie mein Ziel, zu viele Touristen, die Einheimischen wahrscheinlich nur noch abgenervt. Denn machen wir uns nichts vor, Massentourismus hat einfach zu viele negative Seiten, inklusive schlechtes Benehmen der Reisenden.

Nun ist es zur Zeit quasi das einzige offene Land in Südostasien und man trifft so viele andere westliche Touristen wie wahrscheinlich letztmalig in den 70ern. Der Einreiseprozess auf dem Flughafen in Phuket ist so effizient organisiert, dass man selbst als Deutsche es kaum glauben kann. Und dann kann es losgehen in ein Land, wo selbst ich nun auch mal nicht die Buchstaben lesen kann. Vom Bang Rong Pier geht es per Longtail Boot auf die Insel Koh Yao Noi und hier verlangsamt sich dann sofort die Zeit.

Die ersten Tage bin ich im Island Yoga Hostel, wo auch grad einige amerikanische Mädels ein Retreat machen. Ich möchte aber lieber Kajak fahren, was hier an jeder Ecke möglich ist und paddle dann jeden Morgen um die Ecke zum Secret Beach. Weit und breit kein Mensch, das freut die Sonst-lieber-nach-Schweden-Reisende.
Im Sabaidee Café des Hostels gibt es wirklich leckeres Essen und auch gutes Brot – innen lila, da mit japanischer Süsskartoffel gebacken. Schmeckt aber sehr deutsch.

Dann ziehe ich noch mal weiter, diesmal in einen Bungalow weiter oben mit tollem Blick über die Bucht, abends seid ihr dort umgeben von lauter Hornbills (Nashornvögeln), die in den Palmen ihr Abendbrot einnehmen. Die kleine Anlage Tha Khao Bay View gehört einer sehr netten thailändischen Familie, die neben dem Restaurant unten an der Straße noch das Café Sala betreiben, natürlich inklusive Kajaks.

Gleich daneben liegen die Holzhäuser von Hillhouse und unten am Strand die Bungalows von Koh Yao Seaview. Zehn Minuten entfernt ist das Massagestudio Arita, quasi das einzige hier auf der Ecke und es war perfekt. Die Mädels betreiben auch ein kleines Restaurant. So, und das ist alles. Es gibt dann noch ein paar Kioske, aber mehr braucht man nicht. Ach ja, Alkohol gibt es auf der Insel offiziell eigentlich nicht.

Religiöse Vielfalt

Denn die Insel wie auch andere Gegenden im Süden ist hier eine muslimische Community, während Thailand ja eher ein buddhistisches Land ist. Deshalb braucht es auch keinen Wecker, das übernimmt der Muezzin. Anders als in Kappadokien diesmal aber ein Stück weg;-) Und da hier grad der 12. Vollmonat des Jahres war, fand wie im ganzen Land das Loy Kratong Fest statt. Was jetzt eine Jahrhunderte alte Tradition ist und mit beiden Religionen nichts zu tun hat.

Wer etwas weiter als mit dem eigenen Kajak aufs Meer will, kann diverse Ausflüge unternehmen. Bootstouren zum James Bond Felsen, zu den Hong Islands oder bald auch wieder zu Maya Bucht sind möglich. Zur Zeit natürlich alles sehr abgespeckt, ich möchte aber auch nicht wirklich wissen, wie das dann zu normalen Zeiten aussieht. Und was man natürlich auch nicht verschweigen darf: Wer hier zwei Stunden mit dem Kajak unterwegs ist, hat einen Beutel voll Plastikmüll gesammelt. Es gibt aber auch in Thailand inzwischen Beach Cleanups und Initiativen gegen den Müll.

Ach ja, wer in der Nähe vom Flughafen Phuket eine schöne Unterkunft sucht: L’Esprit de naiyang Resort und das Naiyang Park Resort sind sehr entspannt und ca. 10 min vom Airport weg.

Und was hat es jetzt eigentlich mit dem James Bond Felsen auf sich?