in den Süden

Kappadokien

Durch das beeindruckende Taurusgebirge und eine weite Ebene kam ich nach stundenlanger Busfahrt abends in Göreme an. Mitten in Kappadokien gelegen, erinnert es einen durch die ganzen Lichter und die bizarren Felstürme an ein Filmset für einen Fantasyfilm. Es wirkt wie unecht und zugleich uralt.

Ursprünglich eine Seenlandschaft mit vielen Vulkanen, sind die Felsformationen aus Tuffstein seit Jahrtausenden Wind und Wetter ausgesetzt, was diese kegelartigen Formen hervorbringt….. so die wissenschaftliche Erklärung. Ich glaube, niemand kann sich der Schönheit und Einzigartigkeit dieser Landschaft entziehen.

Besiedelt wurde es bereits vor 10.000Jahren, die ersten christlichen Klöster stammen aus dem 8. Jahrhundert, eines der beeindruckendsten ist der Klosterkomplex bei Selime. Es heißt, aus dieser Gegend kam die Heilige Nino, die dann das Christentum nach Kachetien in Georgien brachte. Ihr Grab hatte ich ja bereits besucht und wollte unbedingt wissen, wo sie aufwuchs.
Durch Kappadokien führte einst auch die Seidenstraße. Neben alten Karawansereien gibt es zudem viele alte unterirdische Städte wie Derinkuyu; einige wurden erst vor einigen Jahrzehnten per Zufall entdeckt. Diese Höhlenstadt hat sieben Stockwerke, am tiefsten Punkt seid ihr fast 50 Meter unter der Erde.

Die Orte liegen mitten in den Felsformationen und die Häuser sind an den unwirklichsten Stellen in den Fels gehauen. Das heißt, die Zimmer der Häuser liegen teilweise direkt in den Felsen. Also, romantischer geht es nicht! Ich habe mir das natürlich alles in Ruhe angeschaut und kann euch diese Hotels empfehlen: Adora Cave Hotel mit sehr nettem Besitzer und schöne Dachterrasse, direkt um die Ecke das Caravanserai Hotel oder an der Straße zum Open Air Museum das Anatolia Cave Hotel.
Noch etwas schicker und weiter oben sind das Koza Cave Hotel, das Kelebek Special Cave Hotel oder mit eigenem Spa das Heybe Hotel.
Campen geht hier auch, etwas außerhalb bei Göreme Camping oder gleich daneben im Göreme Kamp.

Unterwegs in den Tälern

Von hier aus könnt ihr dann starten und das Unesco Weltkulturerbe entdecken. Die meisten kommen ja wegen einer Ballonfahrt zum Sonnenaufgang und ich muss ihnen leider recht geben: Das Schweben über den Felsen ist unbeschreiblich schön und friedvoll; man wird auch gnädig den anderen gegenüber, die natürlich alle nur Selfies von sich machen wollen 😉

Es gibt viele Täler zu Fuß zu entdecken, im grünen Canyon des Ihlara Valley wandert ihr zum Beispiel am Fluss Melendiz entlang. Lauft ruhig die Treppen zur St. George Kirche rauf, sie ist mit ihren alten Fresken und ihrem Ausblick ein guter Ort zum Verweilen. Für ein Päuschen bietet sich der Tea Garden mit lauschigen Sitzgelegenheiten direkt auf dem Wasser an. Und wer mehr Adrenalin hat, kann nah bei Göreme eine Quad Fahrt machen. Oder ihr leiht euch bei den Dalton Brothers ein Pferd aus.

Abends dann erschöpft eines der vielen Restaurants aufsuchen und bei der sehr guten türkischen Küche wieder neue Kraft tanken. Die besten Manti – die tollen türkischen Ravioli – gibt es tatsächlich im Restaurant Turkish Ravioli. Aber auch im Organic Cave Kitchen bzw. Organic wine house direkt an einem Felsen klebend gibt es gutes Essen.
Und dann bloß nicht in einen Teppichladen gehen! Die Kelims bei Arts& Crafts Cappadokia sind so schön, ich konnte nicht widerstehen. Und wer keinen Platz mehr im Gepäck hat, bei Mehmet gibt es nicht nur Teppiche, sondern auch schöne Ringe mit grünlichen Türkisen.

Und wie läuft es so mit dem Tourismus in Kappadokien?