in den Osten

Kachetien

Hier gibt es nicht nur uralte Klöster, sondern auch eines der ältesten Weinanbaugebiete der Welt. Es war das erste Ziel für mich nach der Hauptstadt Tbilisi. Während der Fahrt konnte ich schon mal meine Russischkenntnisse auffrischen 😉

Telavi ist ein ruhiges Städtchen mit netten Guesthouses wie dem von Lilia und einigen guten Restaurants. Ich bin aber nicht ins empfohlene Kapiloni gegangen, sondern saß lieber in Malas Garden nebenan. Ihr könnt euch in der ruhigen Cholokashvili Straße alte Häuser mit wunderschönen Holzterrassen anschauen, ins Historische Museum gehen oder über den kleinen überdachten Basar streifen.

Von hieraus bin ich mit Julia, einer anderen Reisenden, zu einer ganztägigen Wein- und Klostertour aufgebrochen. Einfach Lilia nach Georgi fragen, sie vermittelt alles. Die Klöster Schuamta, Iqalto, Alawerdi oder Nekresi ganz oben auf einem Hügel sind wirklich sehr ruhige und friedliche Orte. In Gremi konnten wir nicht in die Kirche, da gerade eine Taufe stattfand, die wir durch die offene Tür etwas miterleben durften. In Gremi war auch einmal der Königssitz von Kachetien und der Handelsort lag an der Seidenstraße.

Tja, und dann die Weingüter…. gefühlt gibt es an jeder Ecke eins. Wer sich einen kompletten Überblick verschaffen will, sollte vielleicht ins Gut der Corporation Kindzmarauli einkehren. Hier gibt es professionelle Führungen, eine Weinverkostung und ihr könnt auch noch im Restaurant zu Mittag essen. Auch im Tsindali Anwesen, einem Museum mit Park, ist ein Weingut beheimatet – eines der ältesten in Georgien. Angeschlossen ist ein sehr schickes Restaurant sowie ein Hotel. Wer mit dem eigenen Auto unterwegs ist, findet auch auf dem Land schöne Orte zum bleiben, etwa das Weingut Nekresi Estate auf dem Weg zum gleichnamigen Kloster.

Wir sind dann zum Schluss noch bei Simon, einem Freund von Georgi eingekehrt, da wir uns noch ein kleines familiäres Weingut gewünscht hatten. Hier bei Sesikeli am Ortsrand von Telavi wird der Wein noch nach traditioneller Art hergestellt.

Baden in der heiligen Quelle

Am nächsten Tag sind wir dann weiter nach Sighnagi, welches auf einem Hügel liegt. Am Ortsrand bei Tamura in ihrem Guesthouse werdet ihr sehr herzlich aufgenommen. Der Ort ist etwas touristischer, aber trotzdem überschaubar und es macht Spaß, durch die Gassen zu streifen. Zum Essen am besten ins Orkos natural wine einkehren, die Gerichte und der Blick von der Terrasse sind toll.

Ein paar Kilometer weiter liegt das Frauenkloster Bodbe. Gegründet wurde es von der Heiligen Nino aus Kappadokien, die im 4. Jahrhundert das Christentum in Georgien eingeführt hat. Was ja nun mal zur Abwechslung sehr friedlich klingt. Sie liegt hier begraben und deshalb ist das Kloster ein Wallfahrtsort der georgisch orthodoxen Kirche.
Wer sportlich ist, läuft ca. 15 min bergab (geht ja später wieder bergauf) und kann in einer heiligen Quelle nicht nur Wasser abfüllen. Es gibt auch ein kleines Badehaus, in dem ihr direkt ins kalte Wasser eintauchen könnt. Die Nonne meinte, wir sollten beim Gebet am besten komplett untertauchen ;-))

Und was hat es nun mit dem traditionellen georgischen Wein auf sich? Und wen treffe ich eigentlich so auf der Reise?