in den Osten,  in den Süden,  in die Berge

Im Norden Thailands

Als Ausgangspunkt für Touren im Norden bietet sich Chiang Mai an, in das Städtchen werdet ihr euch sofort verlieben, versprochen! Die Anreise mit dem Nachtzug versetzt einen in die Kindheit. Und um es gleich vorwegzunehmen: Chiang Mai gehört erst seit dem Ende des 18. Jahrhunderts offiziell zu dem Königkreich Siam und war bis 1932 autonom. Darauf weist hier auch jeder hin 🙂 Die ehemalige Hauptstadt des Lanna Königreiches hat mehr buddhistische Tempel als man zählen kann. Die meisten findet ihr in der beschaulichen viereckigen Altstadt. Am beeindruckendsten fand ich den Wat Chedi Luang mit dem steinernen Tempel, den riesigen Yang Bäumen ( bis zu 40 m) sowie einem liegen vergoldeten Buddha.

Gasthäuser gibt es unzählige; das kleine Pao Come Guesthouse ist aus Teakholz, liegt in einer kleinen Gasse und hat einen schattigen … Innenhof. Direkt in der Altstadt bietet sich auch das Burigallery an. Sehr gutes Frühstück, Naturkosmetik, guten Kaffee aus den Bergen etc. bekommt ihr im Blue Diamond.

Kunsthandwerk ohne Ende

Östlich von der Altstadt in Richtung Fluss befindet sich das Textilviertel. Hier gibt es tatsächlich neben Streetfood und riesigen Markthallen unzählige Stoff- und Bekleidungsgeschäfte, viele mit traditioneller Kleidung. Sehr gute Baumwollstoffe haben Rinlaya und MengyuChiang. Irgendwo hier um die Ecke ist auch der Laden mit den wunderschönen Borten und Knöpfen; ich musste mich extrem zurück halten.
Wer handgewebte Produkte der Bergvölker kaufen will, sollte zu Thai Tribal Crafts fahren. Hier könnt ihr auch einen Webkurs machen. Sie meinten, ich wäre gut und schnell…. was ich jetzt mal glauben will ;-))
Und wer alten Silberschmuck liebt, ist hier ebenfalls richtig, zum Beispiel im Ala Silver. Ach ja, Seide gibt es natürlich auch, ein bekanntes Geschäft ist Preawpan Thai Silk. Keine Sorgen, große neue Taschen bekommt ihr in Chiang Mai auch.

Neben den Heritage Museen bieten auch Kochkurse eine gute Gelegenheit die Kultur kennenzulernen. Thai Akha Kitchen hat eine so schöne offene einfache Küche, dass jedes teure europäische Küchenstudio einpacken kann. Der Besuch des lokalen Marktes am südlichen Altstadttor erfolgt vor dem Kochen; für Vegetarier ist der Fleischbereich eine Herausforderung. Mit Thaifarmcooking fahrt ihr aufs Land und sucht im eigenen Garten das Gemüse aus, bevor ihr dort kocht.
Der Nachtmarkt am Sonntag in der Walking Street vom Tha Pae Stadttor findet zur Zeit statt und bietet wirklich alles, inklusive gutem einfachen Essen. Erschöpft? Schulter tut weh vom Einkäufe tragen? Dann entweder eine Massage in einem der schicken Sense Spas buchen. So richtig gut es aber im ganz einfachen Rompho auf dem Tempelgelände Wat Si Koet, wo auch die Einheimischen hingehen. Ohne Gedöns, versteht sich. Und schön in den Schmerz atmen….

Unterwegs im Norden

Elefanten sind hier im Norden ein großes Thema, inzwischen gibt es immer mehr ethische Parks, dazu im Audio mehr. Wirklich sehr entspannt und besonders war es im Elephant Rescue Park. Ihr erhaltet dunkelrote Klamotten (wahrscheinlich für die Elefanten die Info “ah, da kommen wieder ein paar verzückte Touristen“), füttert erst und macht dann einen sehr gemütlichen Spaziergang mit den Dickhäutern, auf dem man viel über diese Tiere erfährt. Zum Schluss wird gebadet :-). Ein absolut friedlicher Tag zum Entschleunigen.

Wer mehr in die Berge will, kann den Don Inthanon Nationalpark besuchen und dort auch sportlichere Trekkingtouren machen. Der Berg ist der höchste in Thailand und es ist tatsächlich sehr kalt dort am Morgen. Der Besuch der Wasserfälle sorgt ebenfalls für Abkühlung.
Für die Bergdörfer gilt wie überall auf der Welt: Es ergibt nur Sinn, wenn ihr mehr Zeit mitbringt als nur einen kurzen Gang durchs Dorf. Ein paar Tage ohne konkretes Programm, reduzierter Möglichkeit der sprachlichen Verständigung und einfachste Unterbringung ist nix für jeden, aber immer eine gute Erfahrung. Habe ich auch in Swanetien sehr genossen.
Neben Reis und Tee wird hier im Norden auch Kaffee angebaut. Unbedingt erwerben, sonst gibt es immer nur Nescafé in den Läden.

Eine weitere Option zum Erkunden der Landschaft sind Kajak und Fahrrad, hier am besten in Chiang Mai Mountain Biking Kayaks aufsuchen, sie vermitteln alle möglichen Touren. Wen es jetzt nicht weiter nach Pai oder Chiang Rai zieht, kann sich eine halbe Stunde von der Stadt entfernt die Seidenproduktion bei Shinawatra erklären lassen oder die Herstellung der bekannten Papierschirme im Bo San Umbrella Village ansehen, etwa im Umbrella Making Center. Interessiert ihr euch für Architektur? Bei Chiang Mai Life Construction würde ich sofort ein Praktikum machen. Es ist unglaublich, was die aus Bambus bauen.

So, und was hat es nun mit den vielen unterschiedlichen Bergvölkern auf sich? Gibt es die eigentlich noch?


Und dann ging es aufs Land….