ans Meer,  in den Süden,  in Städte

Palermo

Mio Dio…. ist Palermo schön! Die verwunschenen Gassen, die unterschiedlichen Viertel, manche kleinstädtisch, manche rau; und überall kleine Plätze, wo mensch sofort für ein Getränk bleiben möchte.
Natürlich waren auch hier die Araber – diesmal die Sarazenen, die Normannen und später die Stauffer gewesen. Was den ganzen Palazzi und Kirchen auch anzusehen ist. Eine besondere Kirche ist die gotische Santa Maria dello Spasimo; sie wurde als Kirche nie fertig gestellt, hat deshalb auch kein Dach, wurde als alles mögliche über die Jahrhunderte genutzt, heutzutage finden öfter Konzerte statt ( ja, selbst jetzt in diesem Sommer, ist ja Open air).

An einem Sonntag wollte ich mir den Palazzo Normanni , das Castello della Zisa und die Chiesa San Giovanni degli Eremiti anschauen, aber es war online wegen Corona bereits alles ausgebucht. Diese Bauten zeigen nämlich sehr gut die verschiedenen Einflüsse von Orient und Okzident. So muss ich wohl noch mal wieder kommen. Übrigens: Sonntags haben die Museen nur bis zum frühen Nachmittag auf, dafür aber auch montags ganztägig.

So bin ich dann kurzentschlossen nach Monreale gefahren, quasi ein Vorort von Palermo. Der Normannendom (natürlich Weltkulturerbe, gibt es eigentlich irgendetwas auf Sizilien, was nicht Weltkulturerbe ist?) geizt nun wirklich nicht mit Gold und Mosaiken, und das Bergstädtchen ist eine schöne Ergänzung zur Stadt unten am Tyrrhenischen Meer. In der Vintage Enoteca mit Blick auf ganz Palermo lässt es sich nach so viel Architektur gut ausruhen.

Und wenn in Palermo die Siesta vorbei ist, macht es Spaß, in durchaus sehr individuellen Läden wie den der sizilianischen Firma Colori del Sole zu schauen….und das sage ich, die ja nun nicht gern shoppen geht. Und was kaufe ich dann in Palermo? Erstmal einen Teppich bei Herrn Shahidi, einem wundervollen iranischen Teppichladen. Es ist strenggenommen ein länglicher Kelim für den Flur und da er nicht fliegen kann, fährt er jetzt im Auto mit.

Essen gehen könnt ihr an jeder Ecke, Slow Food gibt es in der Osteria Ballaro, die Antica Focacceria San Francesco ist die Bekannteste (und laut meines Sohnes lohnt es sich), schön sitzt mensch auch hinter der Chiesa di San Domenico in der Osteria Mangia e Bevi. Abends purzeln dann noch mehr Stühle auf die Gassen. Sehr entspannte Bars, wo sich alles draußen abspielt, sind etwa an der Piazza Magione, das ist dann wieder in der Nähe der Kirche ohne Dach.
Campen würde ich in Isole delle Femmine, das ist ca. 30 min von der Innenstadt Palermos weg, ein entspanntes Fischerdorf mit schönen Fischlokalen wie dem Savoia Fish, wo ihr abends direkt auf dem Kai zwischen den Booten essen könnt. Direkt in Palermo gibt es das Hotel Villa Archirafi, einige Zimmer mit Balkon und Blick auf den Botanischen Garten, etwas am Rand der Altstadt, aber mit kostenlosem Parkplatz 🙂

Apropo Parken: Ich fand es entspannt, egal wo auf Sizilien. In vielen kleinen Orten finden sich weiße Parkplätze (kostenlos) oder blaue (kostet normal). In größeren Städten dann bewachte Parkplätze wählen. Auch die selbsternannten Parkwächter sind in Ordnung, mit Daniele in Palermo habe ich noch ein kleines Schwätzchen gehalten…. das Zauberwort ist wie immer „da Berlino“ und alle Augen leuchten. Ja, so ist das, wenn man aus einer lauten, dreckigen und anstrengenden, aber weltoffenen und coolen Stadt kommt….. hm, das macht Berlin jetzt gerade irgendwie italienisch ;-))

Ihr könnt übrigens mit der Fähre von Genua oder Livorno nach Palermo reisen. Es sind jetzt nicht die Vorzeige-Reedereien, die diese Strecken bedienen (die Schiffe sind jedoch in Ordnung), aber Ihr wollt ja auch keine Kreuzfahrt machen. Und nicht vergessen auszusteigen, sie fahren manchmal noch weiter nach Tunis.
So, und wo werde ich weiter hinziehen?

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