ans Meer,  in den Süden

Liparische Inseln

Als ich letztes Jahr auf Sizilien war und mich sofort in Palermo verliebte, hatte ich es nicht mehr auf die Liparischen Inseln geschafft. Aber das konnte ich jetzt nachholen. Mit dem Skipper von meinem Trip nach New York ging es dann – wieder mit toller Crew – auf große Fahrt.

Erstes Ziel war Vulkano; mir war bis dahin gar nicht klar, dass diese Vulkane oft noch aktiv sind. Vom Etna an der Ostküste Siziliens hätte ich es eigentlich wissen müssen. Hier auf Vulkano könnt ihr tatsächlich auf 500 m hoch laufen und zwischen Schwefelschwaden herum wandern. Also, wer es mag 😉

Sehr zauberhaft ist auch Lipari mit dem gleichnamigen Hauptort, natürlich mit Castello, griechisch-römischen Friedhof und Amphitheater. Am späten Nachmittag könnt ihr durch das Hauptsträsschen wandeln und am kleinen Hafen in der Bar d’Ambra einen Campari Spritz bestellen. Fisch gibt es an jeder Ecke zu essen, etwa in der kleinen Trattoria A‘Sfiziusa. Die Spezialität der Insel sind übrigens Kapern, die gibt es hier an wirklich jeder Ecke.

Mit dem Katamaran ging es dann weiter zum Schnorcheln; dank vieler Felsen gibt es tatsächlich auch bunte Fische zu gucken, zur Seespinne habe ich allerdings lieber einen Sicherheitsabstand eingehalten. Durch die Vulkantätigkeit könnt ihr hier auch unter Wasser unzählige Luftblasen von heißen Quellen sehen.

Nächste Station war die Insel Salina. Hier hatte ich mich in geistiger Umnachtung zu einem frühmorgendlichen Aufstieg auf den Monte Fossa delle Felci (962 m) überreden lassen und es kurz vor dem Ziel natürlich sehr verflucht. Oben angekommen, war es nicht wirklich spektakulär, aber der Kaffee danach morgens um 10 Uhr in der Bar Miro in Rinella ist ein Traum!

Der Vulkan ist nicht erloschen

Und dann Stromboli! Am bekanntesten ist die Insel natürlich durch den gleichnamigen Film mit Ingrid Bergman, den wahrscheinlich trotzdem kaum jemand noch kennt. Der Vulkan ist weiterhin aktiv, was ihr am besten im Dunklen sehen könnt. Tagsüber sind nur graue Wolken zu sehen, aber nachts wird es dann ein Feuerwerk wie zu Silvester. Falls ihr ohne Segeljacht unterwegs seid: die Ausflugsboote fahren auch spätabends. Das Hochwandern ist zur Zeit offiziell nur bis zu 400 m erlaubt, die Taschenlampen in der Nacht waren allerdings eindeutig höher unterwegs.

Im Dorf Stromboli möchte man sofort bleiben….. dachten wir jedenfalls morgens neben den Fischern in der netten Bar Il Malandrino am Hafen. Dann kam aber die Fähre mit den Tagesausflüglern und es wurde quirlig wie auf Hiddensee. Am späten Nachmittag kehrt dann aber wieder Ruhe ein 🙂

Von diesen wundervollen Inseln ging es dann weiter Richtung Griechenland. Vor der mehrtägigen Überfahrt gab es allerdings noch einen Stopp im malerischen Scilla in Kalabrien. Morgens unzählige Stufen hochlaufen und dann hinter der Piazza San Rocco in der Bellavista Bar frühstücken – mit Ausblick aufs Meer und den brav herumdümpelden Katamaran. Nach so viel Dolce Vita ist jetzt wieder Sport angesagt. Und damit meine ich nicht morgendliches Yoga auf dem Boot, was natürlich auch schön ist. 240 Seemeilen am Stück meint für die nächsten Tage Segel hoch und runter, ständig an den Winschen kurbeln und Nachtwachen halten. Es will ja niemand einem Frachter im Dunkeln begegnen.

Wer ohne Segelboot unterwegs ist und trotzdem endlich mal ein Segel in der Hand halten will: einfach eine Tasche aus einem alten Segel oder Kite kaufen. Wo? Hab ich euch im Artikel Segelzeug aufgeschrieben.

Ach, und wer ist hier auch ewig rumgesegelt?